Gedanken und Anregungen

Veränderung braucht Mut
Veränderung ist oft eine Herausforderung. Sie erfordert nicht nur Mut, sondern auch Geduld. Es ist gar nicht leicht, alte Muster abzulegen und neue Wege zu beschreiten. Der Weg zur Transformation ist selten geradlinig und kann Hindernisse mit sich bringen. Oft braucht es Zeit, um sich anzupassen, zu wachsen und die neuen Umstände zu akzeptieren. Jeder Schritt Richtung Veränderung ist ein Zeichen von Stärke, auch wenn Rückschläge auftauchen. Doch gerade in diesen Prozessen liegen Chancen für persönliches Wachstum.
Mutige Entscheidungen können uns auf neue Pfade führen, die wir zuvor nicht für möglich gehalten hätten. Es ist wichtig, sich selbst die Zeit zu geben, die man braucht, um die Veränderung zu verarbeiten und zu integrieren. Letztlich kann jede Veränderung, so herausfordernd sie auch sein mag, eine wertvolle Gelegenheit zur Weiterentwicklung sein.
„Steps - vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran!"
Theaterprojekt der Niedersächsischen Krebsgesellschaft
Aus: Niedersächsische Krebsgesellschaft e.V., Jahresbericht 2025, Seite 27
Mit acht Krebsbetroffenen unterschiedlicher Altersgruppen und Krankheitsverläufe entwickelte sich das Theaterprojekt „STEPS" der Niedersächsischen Krebsgesellschaft zu einem künstlerisch wie menschlich beeindruckenden Prozess. Trotz anfänglicher Unsicherheiten, krankheitsbedingter Ausfälle und einer kurzen Probenzeit entstand unter der Leitung von Judith Newerla, Tanztherapeutin, Theatertanzpädagogin sowie systemische Therapeutin, ein 25-minütiges Stück, das den Ausdruck über Bewegung und Tanz in den Mittelpunkt stellte. Über mehrere Monate traf sich die Gruppe regelmäßig, um das Stück selbst zu entwickeln und anschließend aufzuführen.
Ziel war es, über den körperlichen Ausdruck Gefühle, Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Krebserkrankung kollektiv sichtbar zu machen. Die Szene, eine Krebsbetroffene wird von den anderen mit Ballons beworfen, entwickelte eine starke bildhafte Kraft als Metapher für die körperlichen und psychischen Belastungen und Ängste angesichts der Krebserkrankung, die auf die Betroffenen einprasseln.


Im Verlauf des Stücks wandelte sich dieses Bild, als die zuvor passiv wirkende Person begann, die Ballons aktiv abzuwehren und ihnen Grenzen aufzuzeigen. In der finalen Szene wurden die Ballons zerstört - und damit wird ein kraftvolles Zeichen für Rückgewinnung von Handlungsspielraum, Selbstbestimmung und innerer Stärke gesetzt.
Im Verlauf der Zusammenarbeit wuchs das Vertrauen innerhalb der Gruppe deutlich. Mut, Offenheit und Selbstvertrauen wurden zu tragenden Säulen des Projekts. Die Aufführungen beim 75-jährigen Jubiläum der Niedersächsischen Krebsgesellschaft und beim Tag der Offenen Tür der Medizinischen Hochschule Hannover zeigten eindrucksvoll, wie das Theaterstück nicht nur die Beteiligten emotional bewegte, sondern auch das Publikum emotional berührte.
Das Projekt, gefördert durch Hand in Hand durch Norddeutschland und die Niedersächsische Krebsstiftung, hinterließ spürbare Veränderungen - und den Wunsch aller Beteiligten, weiterzumachen.